Die Wiederherstellung von
Daten ist ein komplizierter und arbeitsaufwändiger Prozess.
Obwohl viele Aufgaben nach einem ähnlichen Algorithmus
gelöst werden können, ist jede Aufgabe zur Datenrettung
nur individuell lösbar. So wie jeder Mensch eigene Fingerabdrücke
besitzt, gibt es keine Festplatten deren Parameter komplett
übereinstimmen.
Im Prinzip besteht die Aufgabe der Datenrettung bei Festplatten
in der Sektor für Sektor Kopie der Daten von der defekten
Festplatte auf eine funktionsfähige Festplatte. Die Besonderheit
besteht darin, dass für einen normalerweise nicht lesbaren
Sektor auf einem Datenträger ein individuelles Kopierregime
eingestellt werden muss.
Hauptursachen von Datenverlust
bei Festplatten:
(Die Ursachen für Defekte finden Sie auf der Seite
"Datenrettung
- Ratschläge für Betroffene")
Betriebssystemfehler auf der Festplatte
Im Ergebnis unterschiedlichster Ursachen wie:
- Fehler in der Arbeit des Computers,
- Schwankungen der Betriebsspannungen
- Fehler in der Festplatte selbst
- Kontaktprobleme der Interfaces der Festplatte
können Beschädigungen der Systemdateien der Festplatte
entstehen. In dieser Variante ist die Festplatte selbst
in der Regel nicht defekt, der Zugriff auf die Daten
ist jedoch nicht möglich. Die Aufgabe besteht darin,
den Umfang der Zerstörungen der Systemdateien auf der
Festplatte zu erkennen und mit nicht zerstörenden Methoden
(unter Ausschluss beliebiger Überschreiboperationen
auf der betroffenen Festplatte) die Daten wiederherzustellen.
Gefahren bei der Datenwiederherstellung aus eigener
Kraft:
Ohne Kenntnis der eigentlichen Ursache des Datenverlusts
und mit Nutzung der einfachsten durch das Betriebssystem
bereitgestellten Programme (CHKDSK , SCANDISK), kann
man indem die Daten auf der Festplatte umkopiert werden
die Datenrettung unmöglich machen.
Wenn das Betriebssystem keinen korrekten Zugriff auf
die Stelle auf der Festplatte machen kann, wo sich die
verlorene Information befindet, so nimmt es an, dass
dieser Platz frei für die Aufzeichnung von Daten ist.
Das Testprogramm (CHKDSK , SCANDISK) scannt die Oberflache
der Festplatte ab, sammelt die Teile von Files und Directories,
die es erkennt und überschreibt diese auf anscheinend
freie Sektoren auf der Festplatte.
Defekte Magnetschicht der Festplatte (bad - sectors)
In komplizierten Fällen bei umfangreichen Defekten der
Magnetschicht der Festplatte wird bei der Erstellung
der sektorenweisen Kopie der Festplatte das sogenannte
mehrstufige Auslesen angewendet.
Während des ersten Auslesezyklus werden schlecht lesbare
Sektoren oder auch Blöcke von Sektoren ignoriert. Dies
erfolgt deshalb, um möglichst viele Daten von einer
"sterbenden" Festplatte zu kopieren. Nach
der Erstellung des ersten Images werden differenzierte
Ausleseverfahren eingesetzt.
Defekt der Magnetköpfe der Festplatte
In diesem Fall müssen die Magnetköpfe ausgetauscht werden.
Auf die Notwendigkeit dieser Operation weist ein eigenartiges
Geräusch (Klopfen der Positionierantriebe der Magnetköpfe)
hin.
Nach dem Tausch der Magnetköpfe der Festplatte kann
diese normalerweise nicht mit der gleichen Geschwindigkeit
Daten auslesen, wie eine voll leistungsfähige Festplatte.
Deshalb wird auch in diesem Fall ein spezielles Regime
"schonendes Lesen" eingestellt wie im Absatz
defekte Magnetschicht der Festplatte dargestellt wurde.
Schlußfolgerung
Es ist nicht möglich alle Aufgaben
der Datenrettung über einen Kamm zu scheren.
Vielmehr kann man sie differenziert in drei Klassen
einteilen: schwierig, kompliziert und sehr kompliziert.
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