Die Datenrettung von SCSI - Festplatten
(SCSI - Small Computer System Interface)
ist komplizierter als die Wiederherstellung
von Daten, die auf Festplatten mit IDE oder
S - ATA Interfaces gespeichert sind. Es
kommen in diesem Fall spezialisierte technische
Mittel und entsprechende Softwarepakete
zum Einsatz, mit denen Informationen von
beliebigen SCSI - Festplatten wiederhergestellt
werden können. In den vegangenen Jahrzehnten
wurden sehr viele SCSI - Standards entwickelt,
die im Weiteren ausführlicher dargestellt
werden.
Klassisches
SCSI (SCSI-1):
In SCSI-1 sind alle relevanten Buseigenschaften
definiert; so die Busbreite, die Länge des SCSI-Kabels,
die Signalisierung, die Befehlsstruktur und
die Transfer-Betriebsarten. SCSI-1 arbeitet
mit einem 8 Bit breiten Bus und einer maximalen
Datentransferrate von 5 MB/s. Unterstützt wurde
nur die asymmetrische Übertragung mit passivem
Busabschluss. Die Kabellänge betrug 6 m.
SCSI-1 arbeitet mit einem acht Bit breiten
Bus und einer maximalen Datentransferrate von
fünf MB/s. Die maximale Kabellänge betrug sechs
Meter mit fünfzig - poligen Steckern und asymmetrischer
Übertragung mit passivem Busabschluss (SE -
Single Ended). Das Kabel wird an den SCSI -
Controller angeschaltet mit dem bis zu sieben
Geräte sequentiell verbunden werden können.
Die maximale Übertragung von fünf MB/s wird
im synchronen Betrieb erreicht. Die nominale
Geschwindigkeit im asynchronen Betrieb beträgt
1.5 MB/s. Am ersten und letzten angeschalteten
Gerät werden passive Terminatoren zur Dämpfung
von Signalrückkopplungen angebracht.
SCSI-2:
FAST SCSI. Dabei wird die Taktfrequenz
auf 10 MHz erhöht. Es bleibt bei einem acht Bit
Datenbus und die maximale Länge des SE - Kabels
beträgt 3m. Durch die Zulassung der HVD - High
Voltage Differential Signaling Verbindung kann
die Kabellänge bis zu 25 m betragen. Es können
sowohl aktive als auch passive Terminatoren zum
Einsatz kommen.
WIDE SCSI. Die Breite des Datenbusses wird
von acht Bit auf sechzehn Bit erhöht. Der Befehlssatz
der SCSI - Controller bleibt gegenüber seinen
Vorgängen im Wesentlichen unverändert. Es wird
ein neues 68-poliges Kabel verwendet. Die Taktfrequenz
beträgt 5 MHz und die maximale Datenübertragungsrate
10 MHz. Die maximale Länge des SE - Kabels beträgt
drei Meter. Der Einsatz von HVD - Kabeln ist zugelassen.
Ebenso zugelassen sind aktive und passive Terminatoren.
FAST WIDE SCSI Taktfrequenz 10 MHz, Busbreite
sechzehn Bit, maximale Geschwindigkeit der Datenübertragung
20 MB/s.
SCSI-3:
SCSI-3 steht für eine Datentransferrate von
20 MB/s beim 8-Bit-Bus und 40 MB/s bei dem doppelt
so breiten Bus von WIDE-SCSI. Die Länge des
SCSI-Kabels ist mit 3 m festgelegt.
Die Übertragung mit SCSI-3 kann wie bei SCSI-2
mit unsymmetrischen und differenziellen Signalen
erfolgen. SCSI-3 hat eine 64-Bit-Adressierung
und umfasst im Architekturmodell die Definitionen
der seriellen Interfaces Fibre-Channel (FC)
und FireWire nach IEEE 1394.
Die Spezifikation von SCSI-3 umfasst die weitere
Entwicklung des Standards. Als Alternative zu
den parallelen Interfaces (SCSI-3 Paralleles
Interface, SPI) wird die Moöglichkeit serieller
SCSI Interfaces zugelassen (Serial Bus Protocol
für Fire Wire nach IEEE 1394, Fibre Channel
Protocol, Serial Attached SCSI - SAS, iSCSI
und andere). Keiner dieser Standards ist bis
heute ratifiziert.
ULTRA SCSI. Taktfrequenz 20 MHz, acht
Bit Bus, maximale Datenübertragungsrate 20 MB/s.
WIDE ULTRA SCSI.Taktfrequenz 20 MHz,
sechzehn Bit Bus, maximale Datenübertragungsrate
40 MB/s. ULTRA2 SCSI. . Erhöhung der Taktfrequenz
auf 40 MHz, acht Bit Bus, maximale Datenübertragungsrate
40 MB/s. Wegen der Taktfrequenz von 40 MHz wird
eine neue Datenübertragungstechnologie eingeführt,
das so genannte LVD (Low Voltage Differential
Signaling - differenzielle Signalübertragung
mit niedrigem Signalpegel) und damit eine Kabellänge
von 12 m erreicht.
WIDEULTRA2 SCSI. Taktfrequenz 40 MHz,
sechzehn Bit Bus, maximale Datenübertragungsrate
80 MB/s, LVD ULTRA 160 SCSI. Taktfrequenz 80 MHz (es
werden die vordere und die hintere Flanke des
Taktimpulses ausgewertet), sechzehn Bit Bus,
maximale Datenübertragungsrate 160 MB/s, LVD. ULTRA 320 SCSI. Taktfrequenz 160 MHz
(es werden die vordere und die hintere Flanke
des Taktimpulses ausgewertet), sechzehn Bit
Bus, maximale Datenübertragungsrate 320 MB/s,
LVD. ULTRA 640 SCSI. Taktfrequenz 320 MHz
(es werden die vordere und die hintere Flanke
des Taktimpulses ausgewertet) , sechzehn Bit
Bus, maximale Datenübertragungsrate 640 MB/s,
LVD.
Für die Datenrettung von SCSI - Festplatten
, die zu einem RAID Massiv vereinigt, sind
gelten die entsprechenden Hinweise unter der Rubrik
Datenrettung
RAID - Massive.
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